Santiment: Die Daten- und Informationsplattform für die Kryptomärkte

Santiment arbeitet daran eine Daten- und Informationsplattform für Kryptomärkte zu erstellen, über die sich User frei ihre relevanten Datengrundlagen zusammenstellen können. Am ehesten lässt sich dies mit den Geschäftsmodellen von Bloomberg oder Thomson Reuters vergleichen. Santiment wird am 04.07.17 einen ICO abhalten. Im Folgenden wird ein Überblick zu Santiment und dem anstehenden ICO geliefert und abschließend eine persönliche Einschätzung zu diesem gegeben.

Santiment

Santiment baut eine Plattform für jegliche Form von relevanten Daten im Bereich der Kryptomärkte. User können auf bestimmte Features kostenfrei zugreifen und detaillierte, beziehungsweise spezielle Daten mit Hilfe des Santiment Tokens (SAN) erwerben. Dies erfolgt mittels sogenanntem Staking, das heißt, dass Token für eine bestimmte Zeit weggeschlossen werden um so zusätzlichen Wert zu generieren. Kurz gesagt kann ich beispielsweise 100 SAN staken um neben den kostenfreien Daten ebenfalls spezielle Informationsgrundlagen freizuschalten. Hierdurch wird freies Supply weggeschlossen, was zu einer Knappheit auf dem freien Markt führt. Je mehr Anwender ihre Token staken, desto höher wird auch der Preis von SAN-Token sein.

Als Kunden der Plattform identifiziert das Projekt drei verschiedene Arten von Usern:

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  • Professionelle Krypto-Trader und -Investoren (z.B. Hedge Funds oder sogenannte Whales)
  • “Normale” Krypto-Trader und -Investoren (z.B. mich)
  • Externe Daten- und Informationsanbieter (z.B. Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen)
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    Alle diese drei Arten von Usern sind auf der Suche nach aussagekräftige Daten und Informationen, wenngleich unterschiedlich in Form, Detailschärfe und Menge. Normale Krypto-Trader können auf freie Informationen zugreifen oder aber SAN Token staken um auf weitere persönlich ausgewählte Information zuzugreifen. So kann sich jeder Trader und Investor sein persönliches Santiment-Terminal zusammenstellen, auf dem relevante Daten oder Feeds angezeigt werden. Genauso verhält es sich für professionelle Investoren. Diese können ihrerseits relevante Informationen anzeigen lassen und müssen hierfür voraussichtlich eine höhere Anzahl an SAN staken. Die dritte Gruppe der Kunden umfasst beispielsweise Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen, welche selbst SAN staken um ihrem Kundenstamm Zugriff auf Santiment-Daten zu ermöglichen. Als Beispiel kann hier Iconomi aufgeführt werden, welches frühzeitig in Santiment investiert hat – wahrscheinlich um Iconomi Kunden auf die Daten der Santiment Plattform zugreifen lassen zu können. So baut Santiment eine anpassbare Plattform, auf der jeder Nutzer sich seine Daten individuell zusammenstellen kann.

    Im Februar 2017 hat Santiment in einem Presale 18% der Token verkauft. Die dort gesammelten Mittel hat das Team genutzt um eine App zu entwickeln, welche sich aktuell in der Alpha Version befindet. Diese umfasst zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem bereits Charts mit historischen Preisentwicklungen verschiedener Coins und ein krypto-finanzielles Spiel, welches Daten für die Sentimentanalyse zukünftiger Preisentwicklungen von Kryptowährungen sammelt. Santiment plant ein Terminal, wie es beispielsweise Bloomberg für “reguläre” Märkte anbietet, das sowohl im Browser als auch mobil aufzurufen ist. Die bereits zu weiten Teilen entwickelte App verkürzt daher das Zeitfenster der notwendigen zukünftigen Entwicklung.

    Um den Zugang zur Plattform zu erleichtern kann der Zugang zu bestimmten Kanälen von Marktinformationen ebenfalls durch Euro oder Dollar erkauft werden. Kanäle können beispielsweise ICO-Analyse, Marktinformationen oder rechtliche Updates umfassen. Neben offiziellen Santiment-Kanälen können ebenfalls Partner Kanäle erstellen um ihre relevanten Informationen zu Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verkaufen. Außer Kanälen werden ebenfalls Datafeeds angeboten, welche spezielle Einblicke beziehungsweise Muster von Kryptomärkten offenlegen. Solche Feeds können beispielsweise auf Sentimentanalyse basieren und Informationen hinsichtlich der Volatilität, Akkumulation oder Trollboxen liefern.

    Ein weiteres, meiner Meinung nach äußerst relevantes, Feature ist die “Sanbase”. Diese soll eine Art Wikipedia für Kryptoprojekte und -währungen werden. Researcher und Partner von Santiment recherchieren hierzu relevante Informationen, stellen diese bereit und aktualisieren diese sobald es möglich ist. Nutzer des Netzwerks können Änderungen und Updates vorschlagen beziehungsweise bemängeln, sodass eine Art Wikipedia für Kryptomärkte entsteht. Ein gewissen Maß an zentraler Verwaltung ist hier allerdings notwendig um Missbrauch auszuschließen und Researcher für ihre Arbeit entlohnen zu können. Die Umsetzung einer solchen Lösung begrüße ich sehr, da ich selber bezeugen kann, wie aufwendig und kleinteilig die Recherche einzelner Projekte sein kann.

    Im kürzlich veröffentlichten Whitepaper Draft wird das Projekt detailliert erläutert und eine Roadmap aufgeführt. Für das jahr 2017 werden neben der Durchführung des Crowdsales und der Veröffentlichung des Whitepapers  die Veröffentlichung der App sowie der Erstellung zweier erster Datafeeds (Preishistorie und Slack-Sentimentanalyse) geplant. Bis in das Jahr 2018 sollen über 200 Datafeeds, diverse Informationskanäle und verschiedene Sentiment-Tracker in die Plattform integriert werden.

    ICO

    Am 04.07.2017 startet Santiment den Verkauf 54% der kompletten Token des Netzwerks in einem ICO. 18% der Token wurden bereits im Februar im Presale verkauft und 18% behält das Team ein. Die restlichen 10% verteilen sich auf Network Rewards (also Ausschüttungen bestimmte Teilnehmer im Santiment Netzwerk) und Berater/Partner. Somit werden insgesamt 72% aller Token öffentlich ausgeschüttet, was im vergleich zu anderen aktuellen ICOs ein vergleichsweise hoher Wert ist.

    SAN ist ein Ethereum-Token, der folglich über einen Smart Contract zum Preis 1 ETH = 1000 SAN verkauft wird. Hierbei ist ein minimales Cap von 15.000 ETH und ein maximales Cap von 45.000 ETH festgelegt. Aktuell entspricht das MaxCap somit etwa $15,2 Millionen.

    Vor dem Hintergrund der aktuellen ICO-Mania at Santiment einen dreistufigen Plan für den Verkauf der Token geplant. So soll effektiv ausgeschlossen werden, dass einzelne Investoren sehr große Positionen kaufen und eine unvorteilhafte Distribution auftritt (wie es beispielsweise beim BAT ICO der Fall war). In der ersten Stufe können Mitglieder der Santiment Community einen Teil des ICOs kaufen. Hierzu müssen sie sich auf eine Whitelist eintragen und einen minimalen und einen maximalen Betrag ihres Investments angeben. Am Whitelisting-Prozess kann aktuell noch jeder partizipieren. Hierzu muss man Mitglied im Santiment Slack (Link) sein und den santiment Newsletter abonniert haben (Link). Mittels dieser Informationen kann man sich dann eintragen. Die zweite Stufe des ICO (25-35% des Crowdsales) wird über den Cofound.it Priority Pass abgewickelt. Cofound.it hat vor kurzem selbst einen ICO durchgeführt und versteht sich als Plattform für Blockchain Venture Capital. Im dritten Schritt wird der Crowdsale dann vollkommen für alle Teilnehmer geöffnet.

    Einschätzung

    Kryptomärkte erfreuen sich aktuell einem so hohen Wachstum, dass einzelne Exchanges am absoluten Limit ihrer Kapazitäten operieren und nicht mehr mal weitere Coins adden können. Meiner Einschätzung nach ergibt sich für Santiment schon jetzt ein sehr großer Kundenstamm, welcher ohne Probleme die langfristige Profitabilität des Netzwerks gewährleisten kann. Dies ist allerdings selbstverständlich klar abhängig von der Güte der angebotenen Informationen. Tatsächlich existieren diverse Nischenanbieter, die einzelne Aspekte der Santiment Produkte abdecken, allerdings fehlt ein übergreifender Anbieter. Meiner Meinung nach bietet das Projekt eine äußerst vielversprechende Chance frühzeitigen Zugriff auf eine überlegene Informationsgrundlage zu gewinnen. Sobald der tatsächliche Mehrwert der Plattform der breiten Masse klar wird, wird zu einem Netzwerkeffekt kommen und mehr und mehr Nutzer werden die Produkte aufrufen und selbst Produkte generieren. Hierdurch werden die vorliegenden Daten zunehmends besser, wodurch wiederum weitere Nutzer gewonnen werden. Da Datenzugriff über Staken der Token erzeugt wird, führt eine höhere Nutzung des Netzwerks zu einer zunehmenden Knappheit von SAN – und folglich einem steigenden Wert der Token.

    Als Alpha-Tester der App und nach diversen persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern des Santiment Teams bin ich der vollen Überzeugung, dass sie die gesetzten Ziele erreichen können.

    Sehr angenehm finde ich, dass Santiment einen “normalen” ICO ohne Unwägbarkeiten durchführt. So gibt es kein Hidden Cap wie bei Projekten wie Status oder Bancor, sondern die maximale Funding-Höhe ist mit 45.000 ETH klar. Das Cap entspricht einer geeigneten Höhe, sodass das Santiment-Team wachsen kann, das Produkt entwickelt werden kann und zeitgleich noch viel Raum für Wachstum besteht. Hier ist ein Multiplikator von x2-x3 absolut vorstellbar, allerdings sind auch deutlich höhere Zuwächse denkbar.

    Zusammengefasst halte ich Santiment für ein äußerst vielversprechendes Projekt, dessen geplanten Produkte ich aktuell klar vermisse. Mit zunehmenden Nutzerzahlen wird immer mehr Supply zwecks Staking weggeschlossen, wodurch es durchaus lohnend sein könnte, dieses frühzeitig zu erwerben.

    Disclaimer: Der Autor arbeitet mit Santiment in beratender Tätigkeit zusammen (Link) und ist selbst in oben genannte Kryptowährungen investiert.